Über das Schreiben

“ … Dabei bin ich gerade daran, sich einige Menschen auf dem Papier totschlagen oder verheiraten zu lassen, und bitte den lieben Gott um einen einfältigen Buchhändler und ein groß Publikum mit so wenig Geschmack, als möglich.“
Georg Büchner, 2. September 1836 an seinen Bruder Wilhelm

„Man ist nur gar zu sehr geneigt zu glauben, wenn man etwas Talent besitzt, Arbeiten müsste einem leicht werden. Greife dich immer an, Mensch, wenn du etwas Großes tun willst.“
G. Ch. Lichtenberg, D 46

Schreiben bleibt Arbeit, trotz oder gerade wegen eines Talentes dazu. Ich muss Lichtenberg Recht geben und dieser Satz ist für mich ein seelisches Aufbaumittel.

„Man muß nie denken, dieser Satz ist mir zu schwer, der gehört für die großen Gelehrten, ich will mich mit den anderen hier beschäftigen. Dieses ist eine Schwachheit, die leicht in eine völlige Untätigkeit ausarten kann. Man muß sich für nichts zu gering halten.“
G. Ch. Lichtenberg, D 430

„.. Ich muss eine Zeitlang vom lieben Kredit leben und sehen, wie ich mir in den nächsten 6-8 Wochen Rock und Hosen aus meinen großen weißen Papierbogen, die ich voll schmieren soll, schneiden werde. Ich denke: ‘befiehl du deine Wege.’ und lasse mich nicht stören.“
Georg Büchner, 1. Juni 1836 an einen Freund.

„… Ich werfe mich mit aller Gewalt in die Philosophie, die Kunstsprache ist abscheulich, ich meine für menschliche Dinge müsse man auch menschliche Ausdrücke finden.“
Georg Büchner, 9. Dezember 1833 an einen Freund.

Schreiben ist wie das Zeichnen von Bildern.
Wer schreibt zeigt Bilder. Er beschreibt Gesichter- und Seelenlandschaften.
Aus jedem Bild würde jeder eine andere Geschichte machen.

Schreiben macht glücklich. – Wenn man eine Idee hat.
– Wenn man einen Text bearbeitet.
– Wenn der Text beendet ist.
Wenn der Text gedruckt ist.